MAKING OF …

KÜNSTLERISCHE AUFTRAGSARBEIT –
REPRÄSENTATIVE FOYERGESTALTUNG

„DER HIMMEL ÜBER LÖRICK“

Von der Auftragsausschreibung bis zum finalen Werk an den Wänden

Wir möchten Ihnen einen kurzen Überblick über die verschiedenen Auftragsphasen geben. Beginnend mit der Anforderungsbeschreibung und unseren Ideen und Gedanken dazu. Danach skizzieren wir die weiteren Abläufe, unsere Vorschläge an den Auftraggeber, die Freigabe bis hin zur Realisation des Projekts.

1 – Das Foyer vor der Neugestaltung

Vor unserer Präsentation haben wir anhand eines einfachen Fotos den Ist-Zustand dokumentiert. Die Aufgabenstellung war, mit großflächigen Fotos innerhalb eines festgelegten Budgetrahmens den Eingangsbereich, welcher zuvor renoviert wird, ansprechend und modern zu gestalten. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Kunde bereits festgelegt, die Wände und Decken weiß zu streichen lassen und die alte Vertäfelung durch ein Wengeholz-Imitat zu ersetzen.

2 – Digitale Illustration I – Panorama

Von den Metallflächen sollten nur noch schmale Streifen sichtbar bleiben. Dies haben wir dann auf Basis der Ursprungsaufnahme visualisiert. Dadurch war der Auftraggeber in der Lage, sich die möglichen Fotoformate besser vorstellen zu können. Zudem erhielt er gleichzeitig bereits einer sehr realistischen Eindruck des gesamten zukünftigen Aufzugsbereichs.

3 – Digitale Illustration II – Quadrate

Die zur Verfügung stehenden Flächen wurden genau ausgemessen. Um die Wirkung der Fotos in einer stimmigen Relation zu den weißen Wandflächen zu setzen, die gleichzeitig quasi als riesige Passepartouts dienen, wurde gerechnet und skaliert. Unter Berücksichtigung der Produktionskosten konnten wir anschließend dem Kunden mehrere Formate/ Optionen zur Auswahl geben.

4 – Große, quadratische, helle Collagen

An den Wänden besonders gut gewirkt hätten z. B. insgesamt drei große Quadrate, unabhängig von der Art der Motive. Aber auch andere Formate werden erst einmal nicht grundsätzlich ausgeschlossen. In realistischer stimmiger Perspektive in den Raum einmontiert erübrigt sich dann die Vorstellungskraft eines jeden Betrachters – man sieht bereits im Vorfeld, wie das Foyer später aussehen könnte.

5 – Leuchtende, grafische, abstrakte Motive

Wir sind in der Lage, unterschiedlichste Vorschläge zu unterbreiten, die man gegenüber stellen kann. In der Regel gibt es mehrere Entscheidungsträger und die Geschmäcker sind durchaus unterschiedlich. Eine zielführende Diskussion lässt sich mit vergleichbaren visualisierten Ideen deutlich besser führen.

6 – Ein fotorealistisches Rheinpanorama

In diesem Fall haben letztendlich andere Argumente den Ausschlag gegeben: bei dem Gebäude handelt es sich um das „Rheinoffice“. Daher fiel die Entscheidung zu Gunsten eines großen, weiten Rheinpanoramas relativ schnell. Und der abgebildete Uferabschnitt sollte eben nicht das Altstadtufer oder der Hafen sein, sondern der Rhein quasi vor der Haustür, in Lörick, in 500m Entfernung.

7 – Collage aus Layoutaufnahmen

Der Arbeitsaufwand bei dieser Arbeit und in dieser Größe war wirklich sehr groß, dies wussten wir bereits im Vorfeld. Da es sich zudem um ein weitestgehend realistisches und nicht fiktives Motiv handelte, machte es wirklich Sinn, das Motiv zu Layout-Zwecken erst einmal grob zu fotografieren und zu montieren. So konnten wir es besser mit dem Auftraggeber abstimmen.
Die meisten haben sicher schon einmal versucht, verschiedene Urlaubsbilder zu einem Panorama zusammenzukleben. Schnell stellt man fest, dass die Bilder sowohl von der jeweiligen Helligkeit und Farbe als auch von ihrer Perspektive her gar nicht richtig aneinander passen. Dies ist eine große Herausforderung.

8 – RAW-Daten, Bildauswahl und -Optimierung

Nach der Freigabe entstanden dann an unterschiedlichen Tagen (die Lichtverhältnisse ändern sich ja permanent) zu diversen Tageszeiten mehr als 500 Aufnahmen. Uferabschnitte mit der Vegetation und der Rhein wurden alle 50m von der gegenüberliegenden Rheinseite aus fotografiert. Letztendlich wurden final über 80 hochauflösende Bilder für diese Arbeit verwendet. Jede Aufnahme wurde manuell mittels einer professionellen Software so kalibriert, dass sie „in etwa“ an die benachbarten Bildabschnitte angesetzt werden konnte.

9 – Exakte Montage und freigestellte Bäume

Ungefähr aneinander gefügt beginnt dann erst das Zusammenschneiden und das Finetuning. Die Farben, das Licht, die Sättigung, der Kontrast, die Helligkeit, … alles muss an den Übergängen zum nächsten Bild nahezu übereinstimmen. Im Nachhinein wird der Betrachter nicht mehr erkennen können, wo die ursprünglichen Einzelfotos einmal waren. Identisch gingen wir bei der Erstellung des Himmels vor. Zur perfekten Integration des Wolkenbildes in das Gesamtwerk mussten sogar die Bäume mit ihrem feingliedrigem Laub freigestellt (ausgeschnitten) werden.

10 – Durch den Sturm zerstörte Bäume

Genau in die Phase nach Auftragserteilung/ Freigabe und Produktionsbeginn zerstörte in NRW ein heftiges Unwetter mit seinem Sturm einen Großteil des Baumbestands. Einige Zeit stand die Realisation dieses Projekts auf der Kippe, weil die Ästhetik dieses Rheinabschnittes gänzlich verschwunden schien.

11 – Restauration der Vegetation

Kurz nach den Aufräumarbeiten vor Ort wurde dann auch die Fotoproduktion fortgesetzt. In der Postproduktion hatte dies zur Folge, dass die auffälligsten Schäden mittels geduldiger digitaler Restaurationsarbeit beseitigt werden mussten. Viele abgebrochene und notwendigerweise abgesägte Baumstämme erinnern dennoch dauerhaft an diesen Sturm.

12 – Die enorme Bildauflösung

Betrachtet man einen kleinen Ausschnitt des Panoramas genauer, so wird besonders deutlich, welche gewaltige Auflösung (1,6 GB Daten) in diesem Foto steckt. Fotografiert wurde vom anderen Rheinufer aus in mehr als 300m Entfernung und dennoch sind detailreich das Laub und einzelne Blätter der Bäume zu erkennen.

13 – Das neu gestaltete Foyer

Nachdem die Renovierung des Eingangsbereich abgeschlossen war, wurde das dreiteilige Bild wie anfangs konzipiert an zwei Wänden über die Ecke gehängt.
Das Foyer hat nun eine ganz andere, freundliche und einladende Wirkung erhalten. Vergleicht man dieses finale Foto mit dem ursprünglichen Bild, so wirkt der Raum zudem auch deutlich größer und weiter.

14 – Der Himmel über Lörick

Jedes der Fotos ist auf eine Aludibond-Platte hinter Acrylglas kaschiert und rückseitig mit einem umlaufendem, verstärkendem Rahmen zur Aufhängung und Planhaltung versehen. Zudem ist das Panorama so gesichert, dass es nicht mal eben abgenommen werden kann. Laut dem produzierendem Fachlabor ist gewährleistet, dass sich die Farbigkeit des Motivs auch innerhalb von mehreren Jahrzehnten nicht verändern wird. Das identische Verfahren benutzen auch andere Künstler, deren riesigen Werke weltweit in Ausstellungen und Museen hängen.